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Pfarrgeschichte St.Josef

Der Ursprung führt in das Heilige Land, wo Einsiedlerbrüder nach dem Vorbild des Propheten Elias in den Höhlen des Karmelgebirges zu Ehren Gottes und der Heiligen Jungfrau beteten und fasteten. Zur Zeit der Kreuzzüge um 1200 erhielten die Einsiedlerbrüder ein feste Ordensregel: Stillschweigen, Betrachtung und strenges Fasten zu üben. 
Um 1235 wurde der Orden nach Europa gebracht und durch die hl. Theresia von Avila reformiert. Sie entfaltete ihre Tätigkeit in der Zeit der Gegenreformation.
Nach Wien wurde der Karmeliterorden im Jahre 1360 durch Herzog Rudolf den Stifter berufen. Die Karmeliter erbauten 1386 auf dem Platz Am Hof Kloster und Kirche. Der Ordensblüte folgt jedoch zur Zeit der Reformation ein völliger Niedergang. Schließlich wurden Kirche und Kloster den Jesuiten übergeben. 

Erst durch das Wirken des großen Ordensgenerals P. Dominicus a Jesu Maria, der auf die Schlacht am Weißen Berg großen Einfluss nahm (1620), berief Kaiser Ferdinand II. die Karmeliter wieder nach Wien. Er übergab ihnen 1623 zur Gründung von Kirche und Kloster einen Platz im "Unteren Werd enthalb der Schlagbrücken". Hier entstand bis 1639 das Kloster und die heutige Pfarrkirche St. Josef. In ihr wurde damals P. Dominicus beigesetzt. Seit 1903 ruhen seine Gebeine in der Karmeliterkirche in Döbling. Dort befindet sich auch das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau mit dem geneigten Haupte" und eine Kopie des "Prager Jesuskindes", dessen Original in der Kirche in der Taborstrasse verblieben ist. 

Bei der Türkenbelagerung ging das Kloster in Flammen auf und die Kirche wurde schwer beschädigt. Nach glücklicher überwindung der Gefahr stellte man 1723 eine Dreifaltigkeitssäule auf dem Platz vor der Kirche auf. 1783 erhob Kaiser Josef II. in Verfolgung des Josefinischen Staatsgedankens, dem auch die Kirchenreform dienen sollte, die Karmeliterkirche zur Pfarrkirche. 
Die neue Pfarre übernahm einen Teil der alten Leopoldstadt zur Seelsorge, es kam jedoch in den folgenden Jahren zu Veränderungen des Pfarrgebietes. Es wurde mit St. Leopold und St. Johann Nepomuk geteilt.

Schwere Bedrängnisse traten im 19. Jahrhundert ein, zunächst zur Zeit der napoleonischen Kriege 1805 und 1809. Eisstoß und überschwemmungen der Donau richteten im März 1830 schweren Schaden an; auch die Pfarrkirche St. Josef wurde teilweise überflutet. 1831/32 kam es zu einer Choleraepidemie, welcher 63 Pfarrangehörige zum Opfer fielen. Die Anzahl der Priester und Brüder ging in diesen Jahren so stark zurück, dass der Wiener Konvent 1840 nach Linz überstellt und ein Teil des Klostergebäudes als Altersheim für Frauen eingerichtet wurde, betreut von Barmherzigen Schwestern aus Zams in Tirol. 

Auch während der Kämpfe im Revolutionsjahr 1848 wurde die Kirche schwer beschädigt und 1871 bei einer überschwemmung in Mitleidenschaft gezogen. 1901 übersiedelten die verbliebenen Karmeliter nach Döbling. Das alte Klostergebäude wurde der Gemeinde Wien übergeben und 1910 demoliert, jedoch entstand gleichzeitig - an den Chor der Kirche anschließend - das heutige Pfarrhaus. Bei dieser Gelegenheit wurde die ehemalige Hauskapelle an die Taborstrasse verlegt. 1924 hielt der damalige Bundeskanzler Prälat Dr. Ignaz Seipel zur 300-Jahr Feier der Kirche eine Festrede.

Im 2. Weltkrieg erlitten Turm und Kirche bei den Bombenangriffen schweren Schaden, der 1961 ganz behoben werden konnte. Am 7.12.1961 nahm Kardinal Dr. Franz König die Wiedereröffnung der Kirche vor.