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Projektbeschreibung "Vozama" - dem neuen Pfarrprojekt
Madagaskar erlebt wegen einer anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Krise wachsende Armut. Laut einer Studie der Weltbank wohnen 87,5% der Einwohner unterhalb der Armutsgrenze, während 41,5% unter akuter Armut leiden.

Das Bildungswesen Madagaskars wird von der wirtschaftlichen und politischen Situation sowie von Naturkatastrophen stark beeinträchtigt. Viele Kinder besuchen wegen ihrer auf Unterernährung zurückzuführenden Müdigkeit, häufiger Krankheit oder unzumutbarer Entfernungen bis zur nächsten Schule nie oder nur unregelmäßig die Schule. Die Nichteintragung von Geburten ist ein weiterer Grund für das Fernbleiben von der Schule: ca. 2,5 Millionen Kinder unter 18 haben keine Geburtsurkunde und kommen dadurch um Grundrechte wie Schulbildung und das Stimmrecht.

Parallel dazu verschlechtert sich die Umweltsituation in Madagaskar seit Jahrzehnten kontinuierlich. Angesichts ihrer akuten Armut sehen sich die Bauern außerstande, langfristige Strategien zu adoptieren und führen unüberlegte Entwaldung durch, nur um ihr Überleben irgendwie zu sichern. Die Folge dieser Entwaldung sind karge und äußerst sensible Landflächen. Starke Erosion setzt ein und mindert die Qualität der Böden beträchtlich. Darüber hinaus benützen in ländlichen Gegenden nur wenige Familien Latrinen und ziehen es vor, ihre Notdurft im Gebüsch bzw. den Flüssen der Umgebung zu verrichten. Dieses Verhalten führt zu erheblichen gesundheitlichen Problemen.

Das Projekt Vozama wurde vor 12 Jahren von P. Boltz s.j. gegründet, nachdem dieser erfahrene, 85-jährige Missionar die bittere Armut um sich herum festgestellt hatte. Er machte Basisbildung zu einer obersten Priorität. Zwei Jahre nach der Gründung übernahm Br. Claude Fritz das Projekt. Br. Claude Fritz stammt aus dem Elsass und ist seit 43 Jahren als Missionar in Madagaskar tätig. Er hat 45 Jahre Erfahrung als Lehrer und 35 Jahre Erfahrung als Schuldirektor.

Der Grundgedanke hinter dem Einsatz von Vozama ist folgender: Bildung spielt eine Schlüsselrolle beim Durchbrechen des Teufelskreises der Armut. Durch Bildung eignen sich die Menschen auch die Fähigkeiten und Kenntnisse an, die ihnen bessere Gesundheit, höhere Einnahmen und ein umweltfreundliches Verhalten ermöglichen. Die Originalität und Relevanz des Einsatzes rühren von einem ganzheitlichen Entwicklungsprogramm her, das an drei untrennbar mit einander verbundenen Ebenen umgesetzt wird - an der Ebene des Kindes (1), dessen Eltern (2) und dessen Umfeld (3):

(1) Dem Einsatz von Vozama liegt ein Netzwerk von 700 Alphabetisierungszentren zugrunde, in denen pro Jahr 10.000 Kinder aufgenommen werden. Nach dem zweijährigen Programm können alle Vozama Kinder lesen, schreiben und rechnen. In engen Klassenzimmern findet jedes der Kinder seinen Platz und malt auf einfachsten Schiefertafeln Buchstaben, sie beten gemeinsam und freuen sich, dass sie lernen dürfen.
(2) Auch die Eltern werden in die Schulungen einbezogen. Sie erfahren praktisches über Gemüseanbau, Wiederaufforstung, Familienerziehung, usw.
(3) Die Sensibilisierung der gesamten Gemeinschaft ermöglicht ein Umdenken, das allerdings ohne konkrete Maßnahmen unzureichend wäre. Durch das Anlegen von Baumschulen durch Vozama können jedes Jahr 40.000 Bäume in den Projektstandorten der Regionen Ambositra und Fianarantsoa eingesetzt werden. Jedes Kind darf seinen Baum pflanzen und beobachten, wie dieser unter Gottes Schutz wächst und gedeiht.